Niederkrüchten, den 28.06.2010

Antrag der Fraktion der CDU

Jugendtreff in Elmpt

  1. Ausgangslage:
  2. Der Rat hat in seiner Sitzung am 15. September 2009 beschlossen, am Standort Lehmkul 11 einen Kinder- und Jugendtreff zu errichten. Längstens innerhalb von zweieinhalb Jahren (also bis zum Frühjahr 2012) sollen die Voraussetzungen für die Inbetriebnahme dieser Einrichtung geschaffen werden.

  3. Der Rat der Gemeinde Niederkrüchten stellt fest:

    Die Errichtung eines Kinder- und Jugendtreffs bedeutet für die Gemeinde Niederkrüchten eine erhebliche finanzielle Anstrengung. Eine Investition in der zu erwartenden Größenordnung ist nur zu rechtfertigen, wenn sie zu einer erheblichen und spürbaren Verbesserung der Situation vieler Kinder und Jugendlichen führt.
    Die bauliche Investition muss ein Angebot abdecken, das von der Zielgruppe angenommen und intensiv genutzt wird. Ansonsten besteht die Gefahr, dass eine Fehlinvestition entsteht, die letztlich nur als teurer Beleg dafür herhält, dass "etwas" getan worden ist.

  4. Um eine sinnvolle Investition in Kinder- und Jugendarbeit zu erreichen, müssen zur Konzeptionierung der baulichen Maßnahmen zunächst erhebliche Vorfragen geklärt werden. So etwa:

    Für welche Zielgruppe soll gebaut werden?

    Ein Freizeittreff für Kinder hat erheblich anders auszusehen als ein Jugendtreff, der für solche Jugendliche attraktiv sein soll, die derzeit ihren Alkohol in unseren Parkanlagen konsumieren.

    Wie kann der Jugendtreff für mehr als nur "Nachbar-" Kinder und Jugendliche attraktiv gestaltet werden?

    Die derzeitige Besuchssituation des Jugendtreffs "An der Wae" ist relativ dürftig, wie die im Haushalt 2010 genannten Besucherzahlen belegen. Eine bauliche Investition in einen neuen Kinder- und Jugendtreff kann nur sinnvoll sein, wenn größere Anteile der Zielgruppen die Einrichtung nutzen. Dies erfordert jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit flankierende Maßnahmen, die bereits im Vorfeld der Investition abgeklärt sein sollten.

    Wie ist der Jugendtreff mit der mobilen Jugendarbeit zu verzahnen?

    Mobile und stationäre Kinder- und Jugendarbeit können nicht isoliert gesehen werden, sondern sollten Teil eines schlüssigen Gesamtkonzepts sein. Ein derartiges Gesamtkonzept fehlt.

    Schafft eine Neuausrichtung der mobilen Jugendarbeit andere Bedingungen für die Errichtung stationärer Betreuungseinrichtungen?

    Der Kreis stellt zurzeit die Zukunft des rollenden Jugendtreffs auf den Prüfstand. Dieses Angebot wird im gesamten Gemeindegebiet als sehr wertvoll betrachtet. Derzeit ist noch nicht abzusehen, inwieweit hier zusätzliche finanzielle Belastungen auf die Gemeinde zukommen (neuer Bus?).

    Die konkrete Investitionsentscheidung des stationären Jugendtreffs sollte in Kenntnis der zukünftigen Kosten der mobilen Jugendarbeit getroffen werden.

  5. Der Rat der Gemeinde Niederkrüchten beschließt:

Die Verwaltung wird beauftragt, in enger Zusammenarbeit mit dem zuständigen Fachausschuss eine Konzeption für die zukünftige Jugendarbeit zu erstellen. Die Konzeption ist so rechtzeitig vorzulegen, dass das vom Rat in seiner Sitzung vom 15.09.2009 genannte Zeitlimit gehalten werden kann.

 

Werner Hommen

und die Fraktion der CDU