Niederkrüchten, den 26.11.2012

Antrag

der Fraktion der CDU

Baum- und Gehölzpflegemaßnahmen in der Gemeinde

I. Vorbemerkung

Auf den Flächen der gemeindlichen Grünanlagen und entlang der Straßen stehen etliche Bäume. Für diese Bäume hat die Gemeinde als Grundstückseigentümerin die Verkehrssicherungspflicht. Hinter dem Begriff der Verkehrssicherungspflicht verbirgt sich, dass den Verkehrsteilnehmern keine Gefahren von Bäumen entlang der Straßen und Wege drohen dürfen. Das ist gut und richtig so.

Aus Vereinfachungsgründen wird die Verkehrssicherungspflicht jedoch oft als geeignetes Rechtsinstrument zur Begründung von Schnellfällungen genutzt. Vielfach wären von Fachleuten begleitete Pflegemaßnahmen, z. B. Kronenpflegeschnitte die bessere, naturfreundlichere und auch sicherere Methode.

Vor dem Hintergrund der in den letzten Wochen durchgeführten Radikalfällungen, begründet mit einem Baumvirus, macht sich das Fehlen einer Baumschutzsatzung in unserer Gemeinde besonders bemerkbar. Die in den 90er Jahren von örtlichen Naturschützern beantragte Verabschiedung einer Baumschutzsatzung wurde damals seitens der Verwaltung mit dem Argument abgelehnt, man würde sich "äußerst sorgfältig dieser Thematik, insbesondere bei Fällungen" widmen. Die Politik schloss sich mehrheitlich dieser Argumentation an, so dass es zu keiner Baumschutzsatzung kam.

Sowohl der Verkehrssicherung als auch dem Naturschutzgedanken muss künftig angemessen Rechnung getragen werden. Darüber hinaus ist zu gewährleisten, dass Baumpflegemaßnahmen, wie z. B. das "Auf-den-Stock-setzen", künftig naturfreundlich durchgeführt werden.

Als Beispiele für nicht sachgemäßen Schnitt ist auf den vor einigen Monaten erfolgten Kopfweidenschnitt am Lindbruch sowie das "Auf-den-Stock-setzen" am Kirchberg hinzuweisen.

Lindbruch: Hier wurden die Kopfweiden radikal mit einem Querschnitt abgesägt. Die aus Naturschutzgründen wünschenswerte Ausbildung des berühmten "Kopfes" kann so nicht mehr erfolgen, der Nutzen für die Natur ist dadurch stark geschmälert wenn nicht sogar verhindert. Die Gefahr des Absterbens der Kopfweiden wird enorm erhöht. Die Durchführung solcher Maßnahmen durch geschultes Personals erscheint dringend erforderlich.

Kirchberg: Das "Auf-den-Stock-setzen" am Kirchberg wurde radikal durchgeführt, eine baumähnliche Struktur wurde vernichtet. Zudem ergaben sich dort in der Vergangenheit Probleme durch Einbringung von Pflanzenvernichtungsmitteln durch Mitarbeiter des Bauhofes.

II. Der Rat der Gemeinde Niederkrüchten beschließt:

Es wird der gesamte Baumbestand einmal jährlich von einem dafür ausgebildeten Fachmann visuell kontrolliert.

Ergeben sich bei der Sichtkontrolle Probleme für die Verkehrssicherheit, müssen diese durch geeignete Maßnahmen in folgender zwingender Reihenfolge beseitigt werden:

- Jungbaumpflege,
- Kronenpflegeschnitt,
- Düngung,

- Fällung als letzte eng zu begründende Maßnahme, über die Rat und Öffentlichkeit vorher in geeigneter Weise zu unterrichten sind,
- Nachpflanzung von Bäumen in mindestens gleicher Wertigkeit und Menge.

Die erforderlichen Schnittmaßnahmen dürfen nur von erfahrenen und ausgebildeten Fachkräften durchgeführt werden. Unbedingter Vorrang ist dabei dem Erhalt der Bäume zu geben. Desweiteren ist zu überprüfen ob und wie die sogenannten "Auf-den-Stock-setzen"-Maßnahmen naturfreundlich durchgeführt werden.

gez. Werner Hommen

und die Fraktion der CDU